So funktioniert eine BOE-Versteigerung

Wie das Gebots- und Zuschlagsverfahren einer BOE-Versteigerung abläuft — und was ein Höchstgebot von €100.000 einen Käufer tatsächlich kostet, für ganz Spanien, mit Quellenangaben bis auf Artikelebene.

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Aufbau des Systems

Seit dem Ley 19/2015 läuft nahezu jede öffentliche Versteigerung in Spanien über dieselbe technische Plattform.

Vor 2015 versteigerte jedes Gericht, jeder Notar oder jede Finanzbehörde physisch, auf eigene Weise und in eigenem Tempo. Seitdem läuft der technische Prozess — Anmeldung, Kautionshinterlegung, Bieten, Schließung — für jede Art von Versteigerung über exakt dasselbe System: das Portal de Subastas (subastas.boe.es), verwaltet von der Agencia Estatal Boletín Oficial del Estado. Was jedoch je nach Typ unterschiedlich ist, ist, wer die Versteigerung vorschreibt und unter welchem Rechtsregime — das ist Gegenstand von §4.

Eine BOE-Versteigerung entsteht stets aus einer von drei Familien:

Judicial

JA · JV · JC

Ein Gläubiger mit einem vollstreckbaren Titel lässt ein gepfändetes Gut verkaufen. Gericht, vertreten durch den Letrado de la Administración de Justicia (LAJ) — nicht durch den Richter selbst.

Notarial

NE · NH · NV · NN

Außergerichtliche Hypothekenvollstreckung oder freiwilliger Verkauf über den Notar. Durchgeführt und geleitet vom Notar.

Tributaria

AT · RC · GA

Steuerliche Beitreibung (Staat, Region, Gemeinde) oder gewöhnlicher Verkauf von Staatsvermögen. Vorgeschrieben von der beitreibenden Behörde.

Dieses Dokument arbeitet den gerichtlichen Weg im Detail aus — bei Weitem der größte Teil des Angebots und rechtlich am detailliertesten geregelt (LEC, Ley 1/2000, geändert durch Ley Orgánica 1/2025, in Kraft seit dem 3. April 2025). §4 stellt die anderen beiden Familien daneben.

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LO 1/2025 gilt für Verfahren, die am oder nach dem 3. April 2025 in die Vollstreckungsphase eintreten. Ältere Verfahren laufen unter dem vorherigen Regime aus (niedrigere Kaution, längere Zahlungsfrist, andere Zuschlagsprozentsätze) — beide Regime kommen also nebeneinander vor. Der tatsächliche Betrag im Edicto einer konkreten Versteigerung ist stets maßgeblich, vor jedem festen Prozentsatz in diesem Dokument.

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Der Versteigerungs-, Gebots- und Zuschlagsprozess

Drei Phasen: Wertermittlung & Bekanntmachung, das eigentliche Bieten und der Zuschlag — Letzterer ist der Punkt, an dem die gesetzlichen Untergrenzen wirklich zählen.

2.1 — Vor der Versteigerung

Wertermittlung (valor de subasta): bei einer Hypothekenvollstreckung in der Regel der Betrag, der bereits in der Hypothekenurkunde selbst steht (art. 682 LEC); andernfalls bestellt das Gericht einen unabhängigen Gutachter. Die Bekanntmachung (edicto) erscheint auf dem Portal mit Wertermittlungssumme, bekannten Lasten, Bewohnungsstatus, soweit bekannt, und dem Eröffnungsdatum.

2.2 — Das Gebotsverfahren

AspektRegel — gerichtliche Versteigerung, nach dem 3‑4‑2025
Dauer der Gebotsfrist20 Kalendertage ab dem Eröffnungsdatum
VerlängerungsregelEin gültiges Gebot in der letzten Stunde verlängert die Schließung automatisch um eine Stunde
ZugangDigitales Zertifikat / Cl@ve, plus vorab hinterlegte Kaution, über das Portal
Kaution — Immobilien20% des Versteigerungswerts, mind. €1.000 vorher 5%
Kaution — bewegliches Vermögen10% des Werts, mind. €1.000 vorher 5%
AusnahmeDer vollstreckende Gläubiger darf ohne Kaution mitbieten, solange niemand anders mitbietet
RückgabeUnterlegene Bieter erhalten die Kaution zurück; beim Gewinner wird sie verrechnet

Es gibt kein gesetzliches Mindestgebot während des eigentlichen Bietens — die Versteigerung kann bei jedem Betrag eröffnen, auch weit unter der Wertermittlung. Diese Untergrenze wird erst nach der Schließung geprüft, beim Zuschlag. Ein niedriges laufendes Gebot während der Versteigerung sagt also nichts darüber aus, ob diese Versteigerung tatsächlich zu einem Zuschlag führen wird.

2.3 — Der Zuschlagsprozess

Nach der Schließung prüft der LAJ das beste Gebot gegen die gesetzliche Schwelle (art. 670 LEC, nach LO 1/2025):

SituationUntergrenze
Hauptwohnsitz, Standard≥ 70%
Hauptwohnsitz, Gebot deckt die vollständige Forderung≥ 60%
Sonstige Immobilien, Standard≥ 50%
Sonstige Immobilien, Gebot deckt die vollständige Forderung≥ 40%
Gebot unter diesen GrenzenLAJ entscheidet, Parteien angehört

Kein einziges Gebot (subasta desierta, art. 671 LEC): Die Grundregel besagt, dass der LAJ auf Antrag des Schuldners die Pfändung aufhebt. Daneben besteht ein alternativer Weg: der Schuldner — selbst, oder auf Vorschlag des Gläubigers — kann eine Partei benennen, die bereit ist, die Immobilie für mindestens 50% des Versteigerungswerts zu übernehmen, oder 40%, wenn das ausreicht, um die Forderung vollständig zu begleichen.

Formell ist also der Schuldner die benennende Partei, nicht der Gläubiger, der „für sich selbst" den Zuschlag erteilt — in der Praxis ist der benannte Übernehmer jedoch häufig eben der Gläubiger selbst, gerade weil dieser das größte Interesse daran hat. Eine leere Versteigerung muss die Immobilie also nicht automatisch von der Pfändung befreien.

⚠

Einige Sekundärquellen deuten darauf hin, dass art. 671 seit der Reform ebenfalls ein eigenes 70%/60%-Regime für den Hauptwohnsitz kennt, analog zu art. 670. Der direkt eingesehene Gesetzestext von art. 671 selbst zeigt ein einheitliches, flaches 50%/40%-Regime ohne diese Unterscheidung — hier als maßgeblich zugrunde gelegt; bleibt ein offener Punkt (§7).

Cesión de remate (Übertragung des Höchstgebots an einen Dritten): Der vollstreckende Gläubiger und spätere Gläubiger behalten dieses Recht, ohne vorab eine Erklärung abgeben zu müssen — mittels eines von beiden Parteien unterzeichneten Antrags, innerhalb einer festen Frist nach Schließung und Zahlung. Ein Überschuss über die Forderung hinaus muss innerhalb von 10 Tagen auf das Konto des Gerichts eingezahlt werden, andernfalls scheitert die Versteigerung doch noch.

Zahlung & Nichtzahlung: Der Restbetrag (Gebot abzüglich Kaution) ist innerhalb von 20 Kalendertagen fällig (vorher 40) — die Frist läuft automatisch ab der Veröffentlichung, ohne gesonderte Mitteilung. Nichtzahlung kostet die vollständige Kaution (jetzt 20% statt 5%, mind. €1.000) und heißt quiebra de la subasta: Die Versteigerung wird neu gestartet, mit den Kosten zulasten des säumigen Bieters.

Das decreto de adjudicación ist der Titel für die Eintragung im Registro de la Propiedad — keine notarielle Urkunde, relevant für §3.2. Nur bei einer gerichtlichen Versteigerung kann der Vollstreckungsrichter anschließend eine lanzamiento (Zwangsräumung) anordnen; notarielle und behördliche Versteigerungen entbehren dieses Titels.

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Kostenstruktur — €100.000-Beispiel

Zehn Kostenposten, eine steuerliche Besonderheit für öffentliche Versteigerungen und ein vollständig durchgerechnetes Beispiel.

#PostenUmfang (indikativ)
1Kaution20% des Versteigerungswerts, mind. €1.000 — wird bei Gewinn verrechnet
2Restbetrag des HöchstgebotsGebot − hinterlegte Kaution, innerhalb von 20 Tagen
3ITP oder MwSt.+AJDITP 3–20% (regionsabhängig); MwSt.+AJD nur bei einem gewerblichen Verkäufer — nie ITP+AJD gleichzeitig
4NotarOffizielle Staffel (RD 1426/1989), ± €280–340 bei €100.000
5Registro de la PropiedadOffizielle Staffel (RD 1427/1989), ± €130–165 bei €100.000
6Gestoría / procuradorOptional, stark variabel
7Rückständige comunidadVollständiger Rückstand, max. laufendes Jahr + 3 vorangegangene
8Rückständige IBI2 Jahre direkt, bis zu 4 Jahre über ein gesondertes Verfahren
9Räumung (lanzamiento)Nur falls bewohnt und nicht freiwillig verlassen
10Instandhaltung / InstandsetzungVorab unbekannt — eine Besichtigung ist selten möglich

3.1 — Die steuerliche Bemessungsgrundlage: meist NICHT das Höchstgebot

Seit der Reform von art. 10 TRLITPAJD (Ley 11/2021) gilt für Immobilientransaktionen als Hauptregel der höchste von drei Werten: Kaufpreis, kadastraler Referenzwert oder erklärter Wert. Das Reglamento enthält daneben eine auf den ersten Blick günstige, eigene Regel für öffentliche Versteigerungen (art. 39 RITPAJD): dort soll der Erwerbspreis — das Höchstgebot — als Bemessungsgrundlage gelten.

Zwei verbindliche DGT-Auskünfte (V0453-22 und V1512-22, bestätigt u. a. von Cuatrecasas) zeigen, dass dies nicht der angewandten Praxis entspricht:

Das Gesetz selbst (art. 10.2 TRLITPAJD) geht der reglementarischen Versteigerungsausnahme vor, sobald für die Immobilie ein kadastraler Referenzwert besteht — und das ist bei praktisch jeder registrierten spanischen Immobilie seit 2022 der Fall. Die Sonderregel gilt in der Praxis also nur noch für Immobilien ohne Referenzwert. Für alle anderen Fälle gilt: Bemessungsgrundlage = der höchste Wert von (kadastraler Referenzwert, Höchstgebot, erklärter Wert) — exakt dieselbe Regel wie bei einem gewöhnlichen Verkauf.

⚠

Die DGT-Auslegung selbst bleibt rechtlich anfechtbar — die eingesehene Fachliteratur nennt ausdrücklich Gründe, einen Steuerbescheid auf Grundlage des Referenzwerts anzufechten. Das ändert nichts daran, dass dies die angewandte Praxis ist: Verlassen Sie sich nicht blind darauf, dass ein niedriges Höchstgebot auch ein niedriges steuerliches Kostenniveau garantiert. Vergleichen Sie vor dem Bieten die Wertermittlung mit dem kadastralen Referenzwert (Sede Electrónica del Catastro).

3.2 — Notar- und Registergebühren: die offiziellen Staffeln

Beide Gebühren sind gesetzlich als degressive Staffel festgelegt: Jede Wertstufe hat ihren eigenen Satz, die zum Gesamtbetrag aufaddiert werden.

StufeNotar (RD 1426/1989)Registro (RD 1427/1989)
Bis €6.010,12€ 90,15 (fest)€ 24,04 (fest)
€6.010,13 – €30.050,610,45%1,75‰
€30.050,62 – €60.101,210,15%1,25‰
€60.101,22 – €150.253,030,10%0,75‰
€150.253,04 – €601.012,100,05%0,30‰
Über €601.012,110,03%0,20‰

Notare dürfen bis zu 10% Rabatt gewähren; für den Wohnungsverkauf gilt zudem ein gesetzlicher Rabatt von 5%. Beide Gebühren unterliegen der 21%igen MwSt. (eine gewöhnliche, mehrwertsteuerpflichtige Dienstleistung, unabhängig vom ITP/MwSt.-Regime der Immobilientransaktion selbst); die Registergebühr ist zudem auf €2.181,67 pro Eintragung gedeckelt.

3.3 — Durchgerechnet: Höchstgebot €100.000, Wohnimmobilie, gerichtliche Versteigerung

Die Plattform deckt ganz Spanien ab — dies ist also ausdrücklich eine Illustration der Berechnungsmethode, nicht die einzig anwendbare Region. Katalonien wurde als Beispiel gewählt, weil die Plattform dort zuerst getestet wurde; ersetzen Sie einfach den ITP-Satz aus §4.1 durch den der Region einer konkreten Versteigerung — der Rest der Berechnung (Kaution, Notar-/Registerstaffel) ändert sich nicht je nach Region.

Annahmen
  • Versteigerungswert = Höchstgebot = €100.000 (deutlich über der 50%/40%-Zuschlagsschwelle)
  • Gebrauchtimmobilie, privater Vollstreckungsschuldner → ITP anwendbar, keine MwSt./AJD
  • Katalonien (als Beispielregion), allgemeiner ITP-Satz 10% bis €600.000
  • Keine ITP-Ermäßigungen (junger Käufer, Hauptwohnsitz, kinderreiche Familie) angewendet
  • Der kadastrale Referenzwert dieser Immobilie liegt nicht über €100.000 (§3.1) — bei einem konkreten Fall vorab prüfen

Rechenbeispiel — Höchstgebot €100.000

Katalonien · Wohnimmobilie · privater Verkäufer
Kaution (vorab hinterlegt)
20% × €100.000
€ 20.000
Restbetrag des Höchstgebots
€100.000 − €20.000
€ 80.000
Zwischensumme Kaufpreis
€ 100.000
ITP (allgemeiner Satz)
10% × €100.000
€ 10.000
Notar
Staffel §3.2, ×0,95 Rabatt ×1,21 MwSt.
€ 325,66
Registro de la Propiedad
Staffel §3.2, ×1,21 MwSt.
€ 161,64
Gesamt, exkl. Lasten/Räumung/Instandhaltung
€ 110.487
Noch nicht eingerechnet, potenziell wesentlich:
  • Wenn der Käufer ein gran tenedor ist: ITP 20% statt 10% → +€10.000 (Gesamt ± € 120.487)
  • Wenn der kadastrale Referenzwert dieser Immobilie über €100.000 liegt: ITP auf diesen höheren Betrag (§3.1)
  • Rückständige Gemeinschaftskosten / IBI auf der Immobilie — von null bis zu mehreren Tausend Euro
  • Räumungskosten, falls die Immobilie bewohnt ist und nicht freiwillig verlassen wird
  • Instandhaltung/Instandsetzung — Branchenempfehlung: 5–10% des Kaufpreises als Puffer

Die direkte, so gut wie sichere Nebenkostenlast beläuft sich in diesem Beispiel auf grob 10,5% des Gebots — noch bevor Lasten, Rückstände oder der Zustand der Immobilie betrachtet wurden, und ausgehend von einem kadastralen Referenzwert, der nicht über dem Gebot liegt. Das deckt sich mit dem, was spezialisierte Quellen breiter für einen Gebrauchtimmobilienkauf in Spanien berichten: in der Regel 8–14%, stark regionsabhängig. Siehe §4.1 zum gran tenedor-Risiko, das diesen Prozentsatz verdoppeln kann.

3.4 — Lasten, die keine Kosten sind, aber dennoch übergehen

Keine neue Ausgabe am Kauftag — eine übernommene Verpflichtung:

Art der LastGeht auf den Käufer über?
Lasten von vor der vollstreckten LastJa — bleibt auf der Immobilie lasten
Lasten von nach der vollstreckten LastNein bei gerichtlicher/notarieller Versteigerung (gelöscht); doch bei steuerlicher/behördlicher Versteigerung
Rückständige comunidadJa, max. laufendes Jahr + 3 vorangegangene Kalenderjahre (art. 9.1.e LPH)
Rückständige IBIJa, direkt für 2 Jahre; ältere Jahre nur über ein gesondertes Haftungsverfahren
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Versteigerungsarten im Vergleich

Baut auf BOE_Veilingtypes_Referentie_v1.0.md §4 auf — hier ergänzt um die Gebots-, Zuschlags- und Kostendimension.

AspektJudicial
JA·JV·JC
Notarial
NE·NH·NV·NN
Tributaria
AT·RC
Admin. general
GA
Kaution20% Immob. / 10% beweg.5% (frei bei NV)5% Immob. / 10% beweg.Je nach Bekanntmachung
Zahlungsfrist20 Tage± 40 Tage, je pliego15 TageJe nach Bekanntmachung
Zuschlagsschwelle70/60% oder 50/40%Kein gesetzlich fester %Je nach RGRJe nach Bekanntmachung
BesitzverschaffungJa — lanzamientoNeinNeinIn der Regel frei
Lasten nach der LastGelöschtGelöschtBleiben bestehenEntfällt
Steuerliche ErhebungITP (oder MwSt.+AJD bei JC)ITP/MwSt., AJD beachtenITP (oder MwSt.)Je nach Fall
Cesión de remateJaBegrenztNeinNein
BesichtigungSeltenSeltenNeinHäufig möglich

Wichtigstes Risiko je Familie: bei judicial die Komplexität von Lasten/Bewohnung bei älteren Verfahren (Medianalter 4 Jahre, siehe BOE_CuentaExpediente...); bei notarial das Fehlen eines Räumungstitels; bei tributaria, dass alte Lasten ohne Besitzübertragung bestehen bleiben; bei administrativa general in der Regel das sauberste Profil, aber ein kleines und unregelmäßiges Angebot.

4.1 — ITP-Sätze nach Region: ganz Spanien

Jede autonome Region legt ihren eigenen ITP-Satz und ihre eigenen Ermäßigungen fest. Die Plattform (PROD) deckt ganz Spanien ab, daher tut die untenstehende Tabelle dasselbe. Das Rechenbeispiel in §3.3 verwendet Katalonien als Illustration der Berechnungsmethode; dieselbe Methode ist direkt auf jede andere Region anwendbar, indem lediglich der allgemeine Satz unten ersetzt wird.

Standard-TRLITPAJD-Regime — 16 der 17 Regionen + Ceuta/Melilla:

RegionAllgemeiner SatzWichtigste Ermäßigungen
Andalucía7% (flach)6% Hauptwohnsitz bis €150k; 3,5% junge Käufer, kinderreiche Familien
Aragón
Huesca
8% bis €400k, progressiv bis 10%Bis 4% (Erstwohnsitz, <35 Jahre, kinderreiche Familie)
Asturias8%, progressiv bis 10%Hauptwohnsitz, junge Käufer, kinderreiche Familien
Illes Balears8%, progressiv bis 13%Hauptwohnsitz unter einer Wertgrenze
Canarias6,5%—
Cantabria9%Hauptwohnsitz, junge Käufer, kinderreiche Familien
Castilla y León8% bis €250k, darüber 10%Bis 4% Erstwohnsitz, junge Käufer
Castilla-La Mancha9%6% Hauptwohnsitz
Catalonië
Barcelona·Tarragona·Girona·Lleida
10% bis €600k, progressiv bis 13%20% für gran tenedor seit dem 27-6-2025
Comunidad Valenciana9% (seit dem 1-6-2026), 11% über €1M8%/6%/4%/3% Hauptwohnsitz, jung, kinderreiche Familie
Extremadura8%, progressiv bis 11%Hauptwohnsitz, junge Käufer
Galicia8%Bis 3%/0% (<36 Jahre, kinderreiche Familien, dünn besiedelt)
Madrid6%5,4% Hauptwohnsitz bis €250k; 4% kinderreiche Familien
Región de Murcia8%Hauptwohnsitz, junge Käufer, kinderreiche Familien
La Rioja7%Hauptwohnsitz, junge Käufer
Ceuta / Melilla6%—

Foral-Regime — eigenes Steuersystem, nicht TRLITPAJD:

RegionAllgemeiner SatzBesonderheit
Navarra6%Comunidad Foral, eigene Steuergesetzgebung (Convenio Económico)
País Vasco4%3 territorios históricos (Álava/Bizkaia/Gipuzkoa), jeweils mit einer eigenen Diputación Foral
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Alle Sätze ändern sich regelmäßig durch regionale Haushaltsbeschlüsse — dies ist eine Momentaufnahme (11. September 2026), prüfen Sie den aktuellen Satz je Region vor einer konkreten Berechnung. Die Gebots-, Zuschlags- und Zahlungsregeln aus §2 gelten überall, auch in Navarra und País Vasco — nur die Besteuerung ist foral geregelt, die LEC ist nationales Recht.

⚠ Risiko für einen Portfolio-Investor

Seit dem 27. Juni 2025 gilt in Katalonien ein ITP von 20% (statt 10–13%) für einen gran tenedor: einen Käufer mit mehr als 10 Wohnungen, mehr als 1.500 m² Wohnfläche, oder ≥ 5 Wohnungen in einer als „angespannt" ausgewiesenen Zone. Dies ist bestätigt Katalonien-spezifisch — von den übrigen 16 Regionen + Ceuta/Melilla kennt derzeit keine einen vergleichbaren Zuschlag. Für einen Investor, der über diese Plattform in mehreren Regionen ein Portfolio aufbaut, konzentriert sich dieses spezifische Risiko also auf katalanische Käufe — kein Grund zur Annahme, dass eine vergleichbare Regel anderswo dauerhaft fehlt; solche regionalen Zuschläge werden in den letzten Jahren zunehmend eingeführt.

4.2 — MwSt./AJD bei JC-Insolvenzversteigerungen

ITP gilt, wenn der Verkäufer (bei JC: die Insolvenzmasse) eine Privatperson ist; MwSt., wenn der Verkäufer ein Unternehmen/Selbstständiger ist. Speziell für JC kennt art. 84.Uno.2º.e Ley IVA eine Umkehr der Steuerschuldnerschaft (inversión del sujeto pasivo): Bei Immobilienlieferungen infolge eines Insolvenzverfahrens verschiebt sich die MwSt.-Pflicht auf das erwerbende Unternehmen/den erwerbenden Selbstständigen, um das Einziehungsrisiko beim insolventen Verkäufer zu vermeiden.

Praktische Bedingung: MwSt.(+AJD) spielt bei JC nur eine Rolle, wenn (a) der Vollstreckungsschuldner gewerblich Immobilienvermögen einbringt (bei einer insolventen Gesellschaft eher die Regel als die Ausnahme) und (b) der Käufer selbst ebenfalls ein Unternehmen/Selbstständiger ist. Ein privater Käufer zahlt trotz der Umkehr der Steuerschuldnerschaft ganz normal ITP. Und nie ITP+AJD gleichzeitig (art. 31.2 TRLITPAJD) — es ist immer das eine oder das andere.

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Nicht behandelt, aber relevant

  • Finanzierungsbedingungen für den Käufer selbst — eine Hypothek auf eine versteigerte Immobilie ist in der Praxis schwieriger zu erhalten als bei einem gewöhnlichen Kauf.
  • Genaue ITP-Ermäßigungen je Profil, exakt je Region — §4.1 deckt derzeit alle Regionen auf der Ebene des allgemeinen Satzes ab; die genauen Bedingungen/Schwellenbeträge jeder Ermäßigung sind nicht je Region ausgearbeitet.
  • Steuerliche Behandlung nach dem Kauf — Übertragungssteuer bei späterem Weiterverkauf, Steuer auf Mieteinnahmen.
  • Die genaue Häufigkeit von MwSt./AJD-Fällen innerhalb von JC-Insolvenzversteigerungen im eigenen Datensatz — §4.2 erklärt die rechtliche Voraussetzung jetzt präzise, aber der tatsächliche Anteil ist nicht empirisch geprüft (siehe §7).
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Quellen

  • LEC (Ley 1/2000), konsolidiert, art. 647/670/671 (inkl. vollständigem Artikeltext art. 671) — über Iberley, Kreuzverifizierung über conceptosjuridicos.com/vLex
  • Ley Orgánica 1/2025 — Zusammenfassungen über Iberley, De Trinidad y Asociados, Ashurst, RocaJunyent, Sepín, Uría Menéndez
  • Ley 19/2015 — Grundlage des elektronischen Versteigerungsportals
  • Art. 9.1.e Ley de Propiedad Horizontal — Haftung für comunidad-Rückstände
  • IBI-Abführungshaftung — Ley de Haciendas Locales, afección real; Idealista, De Trinidad y Asociados, Aticojurídico
  • Art. 10 TRLITPAJD & art. 39 RITPAJD — DGT V0453-22 & V1512-22, worin das Gesetz Vorrang vor der Versteigerungsausnahme erhält — Cuatrecasas, Lealtadis, Garrido, AEDAF, SuperContable
  • Art. 20.Uno.22 & 84.Uno.2º.e Ley IVA, art. 31.2 TRLITPAJD — REFOR-Economistas, INEAF, Fiscal-Impuestos
  • RD 1426/1989 & RD 1427/1989 — vollständige Staffeln über Notaría de Tarancón, Notaría de Tomares
  • ITP Katalonien 2026 — Decreto-ley 5/2025, Rankia, ACFINAN, Agència Tributària de Catalunya
  • ITP übrige 16 Regionen + Ceuta/Melilla, inkl. Navarra/País Vasco (foral) — je Region recherchiert (Aragón, Madrid, Galicia, Andalucía, Valencia, Murcia, Castilla-La Mancha, Castilla y León) und für die übrigen gegen eine nationale Übersicht (Hipotips) gegengeprüft — InfoITP, GuíaFiscal, Hipotecas.me, BSCredit, ESECE, TaxDown, Interforo, Gibobs
  • Kostenübersicht Subasta-Käufer — Subastech, CashStalker, Oportunalia, Auctia
  • Baut auf BOE_Veilingtypes_Referentie_v1.0.md und BOE_CuentaExpediente_Procedurecodes_v1.1.md auf
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Verifizierungsstatus

Fünf Punkte aus einer früheren Version dieses Dokuments wurden inzwischen gegen primäre und hochautoritative Quellen geprüft (§2.3, §3.1–4.2) — zwei davon erwiesen sich als korrekturbedürftig, nicht nur als ergänzungsbedürftig. Was verbleibt, ist nun präziser abgegrenzt:

PunktWarum
Ob art. 671 selbst (unabhängig von art. 670) ein eigenes 70%/60%-Hauptwohnsitzregime kenntEine Primärquelle zeigt ein einheitliches 50%/40%-Regime, eine Sekundärquelle deutet auf eine Hauptwohnsitz-Unterscheidung hin
Anfechtbarkeit der DGT-Doktrin zur steuerlichen BemessungsgrundlageDie angewandte Praxis ist klar, rechtlich bleibt die Versteigerungsausnahme ein vertretbares Gegenargument
Genaue Häufigkeit von MwSt./AJD innerhalb von JC-Versteigerungen, eigener DatensatzDie rechtliche Voraussetzung ist jetzt präzise, die Verteilung ist nicht gemessen
ITP-Ermäßigungen je Profil, exakt je Region§4.1 gibt für alle 17 Regionen + Ceuta/Melilla nur die allgemeinen Sätze an
Ob der 5%-Notarrabatt für jeden Wohnungsverkauf giltEine Quelle nennt dies ohne genaue Gesetzesangabe
ITP-Satz von 13 der 17 Regionen nur gegen eine einzige nationale Aggregationsübersicht geprüftNicht jede Region wurde individuell gegen eine Primärquelle verifiziert wie bei Katalonien/Aragón/Madrid/Galicia
Genauer Satz je territorio histórico innerhalb von País Vasco§4.1 nennt eine allgemeine „4%"-Zahl; jede Diputación Foral kann eine eigene Regelung haben
Ob wirklich keine einzige andere Region einen gran tenedor-Zuschlag kenntBasiert auf einer einzigen Aggregationsübersicht, kein Nachweis der Abwesenheit je Region — solche Regeln ändern sich schnell

Dieses Dokument wurde mit Sorgfalt erstellt. Dennoch kann es von der Praxis abweichen. In den einzelnen Regionen können abweichende Regeln gelten. Holen Sie daher stets rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Rat bei einer Fachperson ein. Aus dieser Veröffentlichung können keine Rechte abgeleitet werden.